eingetragen am: 25.07.2016 um 00:03 Uhr, Alter: 1 Jahr(e)

Auf der Suche nach Einklang

ELBE

Ein Binnenschiff passiert die Elbe in Schönebeck. Das Wort Labe ist die tschechische Bezeichnung für Elbe. Es sind vor allem tschechische Schiffe, die zwischen der Staatsgrenze bei Bad Schandau und Magdeburg beziehungsweise Hamburg verkehren. Foto: Ulrich Meinhard

Volksstimme.de, 24.07.2016, von von Ulrich Meinhard 

Eine Elbschifffahrtsstudie soll Ökologie und Ökonomie gleichberechtigt miteinander abwägen.

Schönebeck l Am Fähranleger Barby hat gestern Nachmittag das diesjährige Elbe-Saale-Camp begonnen. Das Anliegen ist bekannt: Naturschützer fordern, dass von einem Ausbau von Elbe und Saale Abstand genommen wird. Erstens aus ökologischen und zweitens aus ökonomischen Gründen und drittens seien die Flüsse aufgrund der vielen Niedrigwasserzeiten für eine Nutzung für große Lastschiffe ohnehin unattraktiv.

Großes Potenzial für Transporte

Die Rufe der Befürworter einer besseren Beschiffbarkeit von Elbe und Saale sind in den vergangenen Jahren eher leiser geworden. Verstummt sind sie aber nicht. Einer, der seit vielen Jahren nicht müde wird, die Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Flüsse einzufordern, ist Manfred Sprinzek vom Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt. Er ist überzeugt: „Das Potenzial von umweltfreundlichen Schiffstransporten auf der Saale ist groß und wird in Zukunft noch größer werden.“ Leider, bedauert Sprinzek gegenüber der Volksstimme, lassen es die gegenwärtig ungünstigen Schifffahrtsbedingungen nicht zu, dass die Unternehmen entlang der Saale ihre Transporte von den „oft verstopften Autobahnen und Bundesstraßen auf die Wasserstraße verlagern“. Sie müssen, so seine Kritik, zu höheren Kosten per Lkw oder Bahn oder im sogenannten gebrochenen Transport über einen anderen Binnenhafen transportieren. Das gehe zu Lasten der Umwelt, weil nämlich das Schiff mit seiner großen Ladekapazität helfe, Emissionen wie Kohlendioxid einzusparen. Manfred Sprinzek: „Binnenschifffahrt auf Elbe und Saale mit der auf beiden Flüssen überwiegend eingesetzten Schubschifffahrt ist möglich, da in der dazu notwendigen Elbstrecke 5 zwischen Saalemündung und Magdeburg überwiegend die dazu notwendige Tauchtiefe von zirka 1,60 Meter vorhanden ist.“ Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rechne fälschlicherweise mit einer notwendigen Tauchtiefe für das sogenannte Europaschiff von über zwei Metern, die nicht ständig verfügbar sei.   ...weiterlesen