eingetragen am: 21.07.2016 um 07:34 Uhr, Alter: 1 Jahr(e)

Leipziger baut 1. Leuchtturm am Elster-Saale-Kanal

DAMIT DER POLITIK EIN LICHT AUFGEHT

Beginn des Elster-Saale-Kanals direkt am Lindenauer Hafen Bild: Wikipedia

bild.de 22.07.2016 VON JEROME NUSSBAUM

Leipzig – Mit dem Boot von Leipzig nach Hamburg und von dort aus in die große weite Welt. Davon träumt Stephan Lademann (38), Chef vom Motorbootsverleih in Neulindenau, schon lange.

Aber noch immer fehlt eine 7,9 Kilometer lange Anbindung an die Saale. Selbst ins Neuseenland kommt man von dort aus nicht. „Dabei habe ich etliche Anfragen von Gästen, die sich genau das wünschen“, sagt Lademann.

Deshalb macht er jetzt Druck auf die Politik! Am Ufer des Elster-Saale-Kanals hat er einen Leuchtturm gebaut, „damit den zuständigen Behörden ein Licht aufgeht, was hier beim Thema Wassertourismus noch möglich ist.“

Vier Tage lang hat er an dem 2,75 Meter hohen Holzturm gearbeitet, ihn sogar mit einer solarbetriebenen LED-Beleuchtung ausgestattet – und ihm einen Namen gegeben: „Leuchtfeuer Rosenthal“. Denn Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (41, LINKE) und dessen zehn „Leuchtturmprojekte“ hatten ihn auf die Idee gebracht. Der Dezernent hatte im Mai sein „Tourismuswirtschaftliches Gesamtkonzept“ mit zehn Punkten vorgelegt, die in den kommenden 15 Jahren umgesetzt oder maßgeblich vorbereitet werden sollen. Problematisch wird es bei Punkt 7: die Anbindung des Elster-Saale-Kanals an die Saale mit Schiffshebewerk.

Rosenthal: „Die erforderlichen Baumaßnahmen befinden sich im Land Sachsen-Anhalt und aktuell in der Zuständigkeit der dortigen Kommunen.“ Die müssten auch für die Kosten aufkommen: 106 Millionen Euro! Kein Schnäppchen. Daher bleibt der Traum von einem Tor zur großen weiten Welt in Neulindenau erst mal nur ein Traum.      bild.de 22.07.2016